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01/2016

Einstieg von Amazon in den Paketmarkt – unsere Einschätzung

 

Ein flächendeckender Einstieg von Amazon ins Paketgeschäft hätte auf die großen Paketdienstleister  / Netzanbieter größere Auswirkungen. Amazon (incl. Marketplace) ist der dominante Online-Anbieter in Deutschland mit entsprechend sehr hohem Sendungsvolumen. Aus den vom IFH Köln veröffentlichten Umsatzahlen von Amazon bzw. Amazon Marketplace lässt sich ermitteln, dass Amazon für ein Viertel des Zuwachses des B2C-Paketaufkommens zwischen 2009 und 2014 verantwortlich ist. Legt man dazu noch den gesamten Marketplace zugrunde, ist es sogar die Hälfte.

 

Für die KEP-Branche würde ein finanzstarker und marktmächtiger Konkurrent entstehen. Der würde dann nicht nur ein großes Sendungsvolumen im B2C-Segment absorbieren, sondern im Markt - über den bisherigen Umfang hinaus – Trends und Standards setzen, denen sich auch die Wettbewerber stellen müssten. Dies z.B. beim Thema same day / Expresslieferung.

 

Ein flächendeckender Einstieg, also der Aufbau eines deutschlandweiten Paketnetzes, ist derzeit noch nicht sehr wahrscheinlich. Letztlich ist zu vermuten, dass Amazon kostenseitig vor allem auf der letzten Meile Nachteile hat. Es wird in ausgewählten Ballungsräumen, wo eine dezentrale Lagerhaltung und Logistik aufgebaut wird, ein solches Angebot trotzdem geben. Das macht vor allen dann Sinn, wenn Amazon dadurch ein neues Marktsegment im Online-Handel (z.B. FMCG) pushen oder besetzen könnte bzw. wenn Amazon sich durch spezielle Lieferoptionen / -angebote (Expresszustellung / same day) Umsatzeffekte im eigentlichen Online-Handel verspricht. Ob das dann alles in Eigenregie durchgeführt wird, oder mit (lokalen) Partnern umgesetzt wird, bleibt abzuwarten.

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© KE-CONSULT Kurte&Esser GbR 01.03.2016 last updated 27.09.2018