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BVWP 2030 – Investitionen – Dringlichkeit, Verkehrs­träger, Bundesländer – Auswertung der Projektlisten

 

  1. „Das Gesamtvolumen des BVWP 2030 beträgt rund 264,5 Mrd. Euro.“[1] 141,6 Mrd. Euro sind für den Erhalt der bestehenden Netze. 94,7 Mrd. Euro sind für Aus- und Neubaumaßnahmen vorgesehen.

 

  1. In den Anlagen zum Bundesverkehrswegeplan 2030 (Entwurf März 2016) werden in Projektlisten neue Projekte (einschl. laufender/fest disponierter Projekte) nach Dringlichkeit und Verkehrsträgern aufgelistet. Fest disponierte Projekte (FD-E und FD), Projekte des vordringlichen Bedarf (VB-E und VB) und Projekte des weiteren Bedarfs (WB* und WB) erreichen in den Projektlisten einen Gesamtumfang von 169 Mrd. Euro. Aus den nach Verkehrsträgern (Straße, Schiene, Wasserstraße) getrennten Projektlisten wird je Projekt (unter anderem) ersichtlich:
  1. Die Lage des Projekts
  2. Die Investitionssumme des Projekts nach
    1. Aus-/Neubau
    2. Erhaltung/Ersatz
    3. Kosten Dritter
  3. Die Dringlichkeit des Projekts
    1. Laufende und fest disponierte Projekte (FD)
    2. Laufende und fest disponierte Projekte-Engpassbeseitigung (FD-E)
    3. Neue Vorhaben - Vordringlicher Bedarf (VB)
    4. Neue Vorhaben -  Vordringlicher Bedarf-Engpassbeseitigung (VB-E)
    5. Neue Vorhaben – Weiterer Bedarf mit Planungsrecht (WB*)
    6. Neue Vorhaben - Weiterer Bedarf (WB)
  4. Das Nutzen-Kosten-Verhältnis

 

Im Folgenden werden die Informationen aus den Projektlisten ausgewertet und grafisch aufbereitet. Es ist zu beachten, dass in den Projektlisten die Neuen Projekte (einschl. laufender/fest disponierter Projekte) enthalten sind. Nicht enthalten sind Aufwendungen für das Bestandsnetz.

 

Die Projekte in den Projektlisten summieren sich auf 169 Mrd. Euro; davon entfallen 125 Mrd. Euro (einschließlich 30 Mrd. Euro Erhalt-/Ersatzaufwendungen) auf Projekte der Kategorien FD, FD-E, VB, VB-E, die bis 2030 finalisiert, realisiert bzw. gestartet werden soll. Diese machen somit knapp die Hälfte der im BVWP 2030 anvisierten Investitionssumme aus.

 

 

NEUE PROJEKTE (einschl. lfd./fest disp. Projekte)

 

  1. 22% des Investitionsvolumens der neuen Projekte (FD, FD-E, VB, VB-E, WB*-, WB-Projekte) entfallen auf fest disponierte/laufende Projekte (FD-E und FD--Projekte), 78% sind neue Projekte. Von diesen fällt nur ein Teil in den vordringlichen Bedarf (VB-E und VB-Projekte), also die Projekte, die bis zum Jahr 2030 durchgeführt bzw. gestartet werden.  Ein Drittel investiven Mittel wird als weiterer Bedarf (WB*- und WB-Projekte) kategorisiert, dessen Realisierung bis 2030 nicht vorgesehen ist.

 

Neue Projekte (einschl. laufender/fest disponierter Projekte): Investitionen des BVWP 2030 (in Mrd. Euro)

Quelle:          BMVI, Bundesverkehrswegeplan 2030, Entwurf März 2016, Anlagen 1-3 Projektlisten Straßen, Schiene, Wasserstraßen, KE-CONSULT Kurte&Esser GbR.

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  1. Von den Investitionsmitteln für Projekte, die bis 2030 finalisiert, realisiert oder gestartet werden sollen (FD-E, FD-, VB-E- und VB-Projekte), sind  drei Viertel für Neu- und Ausbau vorgesehen und ein Viertel für Erhalt und Ersatz der Infrastruktur. Es ist zu beachten, dass in dieser Summe nicht der Erhalt/Ersatz des Bestandsnetzes enthalten ist.

 

Neue Projekte (einschl. lfd./fest disp. Projekte): Investitionen des BVWP 2030 – Neu-/Ausbau vs. Erhalt/Ersatz (FD-E-, FD-, VB-E, VB-Projekte) (in Mio. Euro)

Quelle:          BMVI, Bundesverkehrswegeplan 2030, Entwurf März 2016, Anlagen 1-3 Projektlisten Straßen, Schiene, Wasserstraßen, KE-CONSULT Kurte&Esser GbR.

 

  1. 54% der Investitionen (FD-E, FD-, VB-E- und VB-Projekte) sind für Straßen vorgesehen, 40% für Schienenwege und 6% für Wasserstraßen.

 

Neue Projekte (einschl. lfd./fest disp. Projekte): Investitionen des BVWP 2030 – Verkehrsträger (FD-E-, FD-, VB-E, VB-Projekte) (in Mrd. Euro)

Quelle:          BMVI, Bundesverkehrswegeplan 2030, Entwurf März 2016, Anlagen 1-3 Projektlisten Straßen, Schiene, Wasserstraßen, KE-CONSULT Kurte&Esser GbR.

 

 

  1. Bei den FD-E und FD-Projekten dominieren die Straßenprojekte mit einem Anteil von 64%. Der Anteil der Schiene erreicht 32%, der Anteil der Wasserstraße 4%.

 

Neue Projekte (einschl. lfd./fest disp. Projekte): Investitionen des BVWP 2030 nach Verkehrsträgern – FD-E, FD-Projekte (in Mrd. Euro)

Quelle:          BMVI, Bundesverkehrswegeplan 2030, Entwurf März 2016, Anlagen 1-3 Projektlisten Straßen, Schiene, Wasserstraßen, KE-CONSULT Kurte&Esser.

 

  1. Bei den VB-E- und VB-Projekten entfallen zwar immer noch 50% auf Straßenprojekte; die Schiene erreicht jedoch einen Anteil von 43% an den Investitionsmitteln.

 

Neue Projekte (einschl. lfd./fest disp. Projekte): Investitionen des BVWP 2030 nach Verkehrsträgern– VB-E, VB-Projekte (in Mrd. Euro)

Quelle:          BMVI, Bundesverkehrswegeplan 2030, Entwurf März 2016, Anlagen 1-3 Projektlisten Straßen, Schiene, Wasserstraßen, KE-CONSULT Kurte&Esser GbR.

 

 

Auf den ersten Blick scheint die Straße priorisiert zu sein: Schließlich geht der Großteil der Mittel in Straßenprojekte. Dies relativiert sich, wenn man die Anteile der Verkehrsträger (Modal Split) am Güter- und am Personenverkehr betrachtet. Bei der Mobilität von Personen und Gütern ist die Straße derzeit der mit Abstand wichtigste Verkehrsträger.

 

Modal Split im Personen- und im Güterverkehr (Verkehrsleistung)

Quelle:          Verkehr in Zahlen 2014/2015.

 

 

NEUE PROJEKTE STRASSE (einschl. lfd./fest disp. Projekte)

 

  1. Die Bundesländer profitieren in unterschiedlichem Ausmaß von den Straßenprojekten im BVWP 2030. Die größte Investitionssumme über alle Kategorien (FD-E, FD-, VB-E-, VB-, WB*- und WB-Projekte) fällt mit 19.753 Mio. Euro  auf das bevölkerungsreichste Bundesland NRW.  Das liegt vor allem an der hohen Investitionssumme für VB-Projekte (mehr als 10 Mrd. Euro), solche also, die bis 2030 realisiert bzw. angefangen werden sollen.

 

Neue Projekte (einschl. laufender/fest disponierter Projekte): Straßeninvestitionen des BVWP 2030 nach Dringlichkeitsbedarf und Bundesländern (in Mio. Euro)

 

Fest disponierte Projekte

Projekte des vordringlichen Bedarfs

Projekte des weiteren
Bedarfs

alle

Baden-Württemberg

3.804

5.570

4.369

13.743

Bayern

4.874

6.545

5.740

17.159

Berlin

848

21

127

995

Brandenburg

1.076

955

1.672

3.703

Bremen

112

521

123

756

Hamburg

995

1.542

234

2.770

Hessen

2.898

5.063

5.362

13.323

Mecklenburg-Vorpommern

160

257

156

572

Niedersachen

1.884

6.391

3.006

11.282

Nordrhein-Westfalen

2.946

10.087

6.720

19.753

Rheinland-Pfalz

1.330

1.785

2.469

5.584

Saarland

32

103

149

284

Sachsen

336

775

852

1.962

Sachsen-Anhalt

507

1.478

961

2.946

Schleswig-Holstein

1.556

1.492

265

3.314

Thüringen

976

811

1.045

2.833

Straße gesamt

24.335

43.395

33.249

100.979

           

Quelle:          BMVI, Bundesverkehrswegeplan 2030, Entwurf März 2016, Anlage 1 Projektliste Straße,
KE-CONSULT Kurte&Esser GbR MoVe NRW[2]
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  1. Betrachtet man nur die Straßenprojekte, die bis 2030 realisiert, finalisiert oder angefangen werden (FD-E-, FD-, VB-E- und VB-Projekte) so entfallen im Bundesdurchschnitt auf jeden Einwohner Investitionen in Höhe von 839 Euro. Die höchsten pro-Kopf-Investitionen fallen in Hamburg an. Die niedrigsten im Saarland. NRW liegt mit 743 Euro pro-Kopf-Investition unterhalb des Bundesdurchschnitts.

 

Neue Projekte (einschl. lfd./fest disp. Projekte): Pro-Kopf-Straßeninvestitionen (FD-E, FD-, VB-E- und VB-Projekte) des BVWP 2030 nach Bundesländern (in Euro)

Quelle:          BMVI, Bundesverkehrswegeplan 2030, Entwurf März 2016, Anlage 1 Projektliste Straße,
KE-CONSULT Kurte&Esser GbR MoVe NRW.

 

 

23.03.2016

 

[1]           Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), Bundesverkehrswegeplan 2030 Entwurf März 2016, Berlin 2016.

 

[2]        MoVE NRW (Monitoring Verkehr NRW): Die Datenbank MoVe NRW der KE-CONSULT dient der Beobachtung und Begutachtung des Verkehrsgeschehens in NRW. In unregelmäßigen Abständen werden Highlights aus dem Verkehrsgeschehen berichtet. Kontakt: kontakt(at)KE-CONSULT.DE 

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© KE-CONSULT Kurte&Esser GbR 01.03.2016 last updated 20.07.2018