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02/2018

Dieselfahrverbote?

Die Folgen für Köln an einem Fallbeispiel:

Kurier-, Express- und Paket-Lieferverkehre und Einzelhandel

 

1. Über welche Mengen reden wir?

Der Kurier-, Express- und Paketmarkt (KEP-Markt) umfasst in Deutschland 3,2 Mrd. Sendungen pro Jahr. Empfänger und Versender sind etwa zur Hälfte private Haushalte (B2C und C2C) und die andere Hälfte die Wirtschaft (B2B).

Auf Köln entfallen 45 Mio. KEP-Sendungen im Jahr, also 150.000 Sendungen pro (Zustell-)Tag. Im Stadtbezirk Innenstadt sind es 6 Mio. KEP-Sendungen pro Jahr, bzw. 20.000 Sendungen pro Werktag (IHK Köln (Hrsg.), KE-CONSULT, Die Ladezone im Blickpunkt).

Von einem Dieselfahrverbot sind unseren Schätzungen nach  derzeit ein Viertel der Sendungen betroffen.

 

2. Braucht der Kölner Einzelhandel die KEP-Verkehre?

Die Versorgung des stationären Handels wird mehr und mehr durch KEP-Dienstleister übernommen. Dafür gibt es verschiedene Gründe:

  • KEP-Dienste sorgen für eine flexible, schnelle und losgrößenunabhängige Belieferung des Handels.
  • Damit kann zum einen ein breites und vielfältiges Angebot gewährleistet werden.
  • Zum anderen kann die Kostenbelastung (z.B. Lagerkosten, Kosten Warenbestand, Mieten) gesenkt und damit die Wirtschaftlichkeit des Angebotes im Innenstadthandel erhöht werden.
  • Darüber hinaus wird die Flexibilität im Angebot (flexible und schnelle Reaktion auf saisonale und/oder Änderungen im Angebot/ Warensortiment) unterstützt.

 

Im Jahr 2012 ist durch die KE-CONSULT Kurte&Esser GbR eine Erhebung beim Kölner Einzelhandel (Schwerpunkte: Ehrenstraße und Venloer Straße) durchgeführt worden.

Insbesondere die Ehrenstraße ist KEP-affin: hier lag in 2012 der KEP-Anteil bei 75%; die KEP-Intensität (Sendungen pro Woche)liegt  bei 9 Sendungen je 100 qm Verkaufsfläche.

 

Eine in 2017 durchgeführte Aktualisierung der 2012er Erhebung durch KE-CONSULT im Auftrag der IHK Köln (Die Ladezonen im Blickpunkt) bestätigt die Bedeutung der KEP-Verkehre für den Kölner Einzelhandel: 45% der befragten Kölner Unternehmen geben an, von KEP-Diensten beliefert zu werden.

 

3. Welche Nachteile wären mit einer Beschränkung des KEP-Verkehrs verbunden?

Für ein „Kölner Modellgeschäft“  wurde analysiert, welche Nachteile sich aus dem Verzicht auf KEP-Lieferungen ergeben würden .  Aus der Modellrechnung ergibt sich, dass die häufige und flexible Belieferung des Einzelhandels zu nennenswerten Kosteneinsparungen und damit zu steigenden Überschüssen führt.

 

Im zugrundeliegenden Modellgeschäft steigen die Kosten und der Überschuss sinkt um etwa 5%. Restriktionen in den Lieferbedingungen können also – vor allem in Anbetracht der starken Konkurrenz des Online-Handels - durchaus existenzgefährdend sein.

 

 

4. Welche Alternativen gibt es?

Alternativen sehen wir vor allem in der organisatorischen Abwicklung des KEP-Verkehrs. Zu denken ist hier an neue Konzepte wie Mikrodepots und an eine Entzerrung der Lieferzeiten. Damit einhergehen sollte und wird natürlich eine Veränderung der Fahrzeugflotte (kurzfristig: Cargobikes; langfristig: E-Lieferfahrzeuge). Aus der kürzlich veröffentlichten Ladezonenstudie ist außerdem bekannt, dass erhebliche Verkehrsprobleme und damit auch Umweltbelastungen dadurch entstehen, dass keine geeigneten Anliefermöglichkeiten (Stichwort: Ladezonen) bestehen, oder dass diese sehr häufig zweckentfremdet werden. An dieser Stelle gibt es durchaus Maßnahmen (Reservierungs-/ Kontrollmechanismen), die schon kurzfristig zur Entlastung beitragen können.

 

 

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© KE-CONSULT Kurte&Esser GbR 01.03.2016 last updated 20.07.2018